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24. September - Hochzeit Am Samstag, 24. September 2005, haben sich Erika und ich vermählt. Ein traumhafter Tag an einem traumhaften Ort hat dazu den Rahmen geliefert. Das Kina Colada in Tasman liegt zwischen Nelson und Motueka am Tasman Bay. Heather war die Standesbeamtin, Elisabeth und Stephen die Trauzeugen, Ruedi der Fotograph, Franz der Gastgeber und Koch und Judit, Lora, Luca, Maya, Jasmin und Rowina die Gäste. Einige Fotos sind unter Hochzeit abrufbar. 21. September - Baustopp Vor einigen Tagen ist Erika angekommen. Nebst ein paar kleinen Arbeiten liegt seither der Bau brach. Mit ein paar Nachtschichten vor ihrer Ankunft und der Hilfe von Ruedi haben wir es grad so hingekriegt, dass man gut in den ersten zwei Zimmern leben kann (Schlafzimmer und Badezimmer). Der Rest wird dann ohne mein Zutun in den nächsten Monaten (oder Jahren?) fertiggestellt. Eigentlich hatte ich mich sehr auf die Inbetriebsetzung des Wasserkraftwerks gefreut, aber daraus ist aus verschiedenen Gründen nichts geworden. Zur Zeit liefert der "Stausee" nur Wasser für die Wohnung. Die Sauna wäre eigentlich betriebsbereit, es fehlt aber das Wandtäfer. Das Holz dazu hatten wir schon, aber als ich es aufmachen wollte, musste ich feststellen, dass es nicht genügend schöne Planken darunter hatte, die man einbauen konnte. Deshalb haben wir das Holz zurückgebracht und Ersatz haben wir bis jetzt nicht. Während neun Wochen habe ich, mit Ausnahme der drei Tage an der Westküste, jeden Tag an der Wohnung gearbeitet. Es war eine gute und lehrreiche Zeit und vorallem eine gute Abwechslung zu meiner "normalen" Arbeit. Es wird sich etwas daraus entwickeln... 18. August - Fortschritt Die Winternächte sind recht kalt, manchmal resultierend in einem Frost am Morgen. Am Tag ist dafür häufig auch klarer Himmel, was zu wunderschönen Tagen mit angenehm warmen Temperaturen führt. Bleibt es allerdings bedeckt, friert man sich beim Bauen schier die Finger ab. Ein Hammerschlag auf gefrorene Finger, was zwar seltener, aber doch hie und da vorkommt, ist dann eine Folter. Der Bau geht Schritt auf Schritt voran. Die Gipsplatten sind bald alle verlegt und teilweise sind auch die Fugen zwischen den Platten schon gefüllt und ausgeglichen. Natürlich stehen auch immer wieder andere Arbeiten an, häufig zur Vorbereitung der sichtbaren Veränderungen. Ein besonderes Erlebnis war der Einbau der Fenster. Nicht nur sieht das Gebäude von aussen ganz anders (und ein bisschen fertiger) aus, der grosse Unterschied ist, dass man jetzt vom Innern des Hauses die wunderschöne Umgebung sehen kann. Eingesetzt waren die ziemlich schnell. Nachdem uns wiederum Rudi gezeigt hat, wie "man das macht", haben Lisbeth und ich die restlichen 10 Fenster plus die Balkontür in eineinhalb Tagen eingesetzt. Was in den nächsten Tagen vielleicht fast länger dauern wird, ist das Abdichten und das Anpassen der Fensterinnenrahmen an die Wände. Die Raumaufteilung haben wir auch nochmals ein bisschen geändert. Zwischen Küche und Wohnzimmer ist der Durchgang jetzt keine Tür mehr, sondern eine ungefähr 2 Meter breite Öffnung. Der obenliegende Balken soll sichtbar bleiben und ein Kanuka Stamm soll - als Träger - manifestieren, auf welchem Hügel in Neuseeland man sich befindet (Kanuka Hill). Ansonsten verstreichen unsere Tage in gewohnter Art und Weise. Wir verbringen eigentlich alle Zeit beim Bau, gleich ob Werktag oder Wochenende. Da macht es natürlich immer doppelt Freude, wenn sich hie und da auch sichtbare Resultate ergeben. Eine Ausnahme gab es allerdings letzte Woche, als ich für drei Tage an die Westküste nach Karamea gefahren bin. Nach wie vor gehört dieser Teil der Erde zum Schönsten was ich kenne! Leider aber war ich in meiner "Freizeit" meist krank.... 2. August - Erste Wände Der Elektriker taucht am Montag Morgen früh auf und anhand eines von Lisbeth und mir ausgearbeiteten Plans werden alle benötigten Kabel verlegt. Es ist fast etwas erschreckend, wieviele Kabel durch die Wände gelegt werden müssen, damit überall Licht und Strom zur Verfügung steht. Wir haben über 40 Boxen für Lichtschalter oder Stromstecker an den Balken befestigt und natürlich muss zu jedem mindestens ein Kabel geführt werden. Meist mehrere, da ja Steckdosen zum Teil geschaltet und Licht von mehreren Schaltern aus bedient werden soll. Die Kabelführung erstaund ein wenig: Es werden Löcher in die Balken gebort, wo es eben grad nötig ist. Quer durch die Wände, auf jeder Höhe und durch alle noch so tragenden Balken. Die Kabel verlaufen nicht in Rohren, wie man sich das wohl vorstellen würde, sondern direkt in der Isolation (Schafwolle). Ruedi, ein Nachbar, hat sich bereit erklärt, uns die Tricks mit dem Befestigen der Gipsplatten an die Wände zu verraten. Die 1.20 m breiten und bis zu 4.80 m langen, zerbrechlichn Platten müssen genaustens an die Wand angepasst werden. Dazu gehört genaues Messen und das Einpassen der Ausschnitte wie Fenster, Türen, Rohre, Elektroschalter und so weiter. Alles wird vor dem Montieren ausgeschnitten und danach wird die Platte mit Leim und Schrauben (oder Nägeln) an den Ständerbau befestigt. Es ist ein Genuss, wie sich die Räume entwickeln. Nachdem man soviel Vorbereitungsarbeit gemacht hat, sieht man mit dem letzten Schritt plötzlich ein überwältigendes Resultat. Allerdings wird uns diese Arbeit noch eine Zeit lang beschäftigen, bis dann alle erdenklichen Winkel vergipst sind. Ende Juli - Es geht (langsam) voran Jeden Tag um die 9 Uhr wandern wir hinauf zum Workshop zum Tagewerk. Es gibt zur Zeit nicht etwas Bestimmtes, das die gesammte Zeit in Anspruch nimmt, stattdessen sind es aller Art Arbeiten. Das kann Täfern sein, Verstrebungen einbauen, Aufräumen, Zusätzliche Fenster in die Wand einarbeiten, Oelen oder auch flicken, was man vorher kaputt gemacht hat. Alles dauert halt so seine Zeit. Meist schätzt man wesentlich kürzer als eine Arbeit schlussendlich in Anspruch nimmt. Dann stösst man auch immer wieder auf Hindernisse, mit denen man nicht rechnet und am Abend ist dann weit weniger gemacht als man sich am Morgen vorgenommen hat. Hie und da weiss ich natürlich auch nicht, was jetzt am besten wie gemacht werden soll, aber je länger je mehr wird die Bauarbeit schon etwas gewohnter. Manchmal erinnere ich mich auch an die vielen Jahre Erfahrung im Jakobstalerhaus. Aber das ist ja schon so lang her... In der Sauna ist die Decke getäfert. Allenfalls muss die aber nochmals ausgerissen werden, weil das gelieferte Holz kaum erlaubt, den Rest der Sauna ebenfalls auszukleiden. Im Badzimmer ist die eine Wand ebenfalls fast fertig getäfert und auch die Decke ist schon ziemlich weit. Das Schlafzimmer hat an der Decke schon die endgültige Form und Farbe! Für den Elektriker, der nächste Woche kommen sollte, ist alles vorbereitet. Danach können wir auch mit den Wänden anfangen. Auf die meisten kommt ein Gipsbrett, welches dann später abgerieben wird. Der Sanitär ist zur Zeit in den Ferien, aber vieles ist in diesem Bereich bereits gemacht. Irgendwann kommt dann auch noch das Wasserkraftwerk, aber das dauert noch. Es war, wie ich erfahren habe, bereits einmal in Betrieb, allerdings sind diverse Defekte und Unregelmässigkeiten aufgetreten. Ich muss mal etwas sammeln, was wie abgelaufen ist und vielleicht kommen wir dann ein Stück weiter. Es wäre natürlich schöne, immer ausreichend Strom zur Verfügung zu haben. Am Abend, wenn es eindunkelt, schlendern wir dann wieder zurück ins Wohnhaus und lassen uns bei einem Apéro gut gehen. Später verwöhnt uns die Kochkunst von Lisbeth mit einem Nachtessen, das einen meist mit einem schlechten Gewissen zurück lässt, weil man wieder zu viel geschlemmt hat. Bauarbeiten Das Gebäude, an dem wir (Elisabeth und ich im Moment) arbeiten, ist unterteilt in einen Wohnteil und eine "Budig". Erst geht es natürlich einmal darum, gemütliches Wohnen zu ermöglichen. Wie in den Fotos ersichtlich, fehlt dazu noch einiges. Täfer nageln, Verstrebungen anbringen, Zusätzliche Fenster in die Aussenwand sägen, Gerüste bauen, Elektroboxen setzen, Aufräumen, etc., das ist's was wir in den ersten Tagen erledigen. Das Ziel ist, bei Erikas Ankunft im September das Schlafzimmer und das Bad soweit zu haben, dass man drin wohnen kann. Ein Tag sieht etwa folgendermassen aus:
Natürlich läuft nicht alles so von der Hand wie gewünscht. Es ist alles ziemlich neu für mich und ich weiss halt nicht, wie "man es macht". Aber ich lerne viel und es macht Spass. Selbstverständlich verfehlt auch hie und da der Hammer das Ziel oder sonst geht was schief. Z.B. habe ich die Aussenwand etwas verunstaltet mit der Stichsäge - es kann halt nicht alles perfekt werden aufs erste mal. Anreise
Es war wohl die kürzeste Flugzeit, die ich je hatte von Zürich nach Auckland. Die Abreise in Zürich war am 13. Juli um 13:30, die Ankunft in Auckland am 14. Juli um 22:00 Uhr. Mit den 10 Stunden Zeitdifferenz eingerechnet, ergibt das gerade einmal 22.5 Stunden Reisezeit und zählt man noch die 2 Stunden Aufenthalt in Singapore ab, verbleiben 20.5 Stunden Flugzeit. Stephen holte mich zu später Stunde am Flughafen ab und wir fuhren (quer durch Auckland) nach Manly, wo die Grays (Stephen und Familie) wohnen. Erste Tage
Den Freitag und Samstag verbrachte ich zusammen mit Judit, Stephen, Lora und Luca in ihrem Heim in Manly, nördlich von Auckland. Sie leben an ruhiger Lage wenige Meter vom Manly Beach, in einem modernen, grossen Haus mit riesiger Rasenfläche, wo die Kinder sich austoben können. Am Samstag Nachmittag spazierte ich, in Erinnerungen versunken, durch Downtown Auckland und erforschte, was sich in der Stadt alles verändert hat in den letzten Jahren. Natürlich gehörte dazu auch ein Ausflug ins America's Cup Village. Mit einem gemieteten Auto raste ich am Sonntag nach Whakatane. Die starken Niederschläge der Tage zuvor haben erhebliche Überschwemmungen zurückgelassen, aber glücklicherweise waren alle Strassen wieder befahrbar. Bei Barbara und John war es - wie jedesmal - sehr gemütlich. Sie lassen es einem immer sehr gut gehen und verwöhnen einen mit allen möglichen Produkten ihrer Farm. Leider war am Dienstag auf dem Flug nach Nelson nicht sehr viel von Neuseeland zu sehen wegen der starken Bewölkung; dabei hatte ich mich doch so gefreut, aus der Luft das Land und die Vulkane zu beobachten. Elisabeth erwartete mich am Flughafen und schon wenig später erklommen wir den Kanuka Hill, wo mich die vertraute Umgebung erwartete. Eine markante Änderung fällt aber sofort auf: der riesigen Workshop, der in der Zwischenzeit gebaut wurde. Ich komme sehr gern hierher zurück!
Nächste Tage
Heute Mittwoch beginnen die Bauarbeiten. Offensichtlich kümmern wir uns erst mal um den Innenausbau des Workshops. In einigen Tagen wissen wir dann mehr... |
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© 2005 Ignaz Krähenmann.